Ursprüngliche
Herkunft:

Südamerika
Haltung
bei mir:

pH 7
LW 600-800 µ/S
26°-28° C
Sandboden
Wasserpflanzen

3.6.2002
Der Diskus kam mir bisher immer als äußerst heikel und nur für Spezialisten haltbar vor. Es gibt darunter inzwischen auch bestimmte Züchtungen, die mir einfach zu grell sind mit ihrem rot und gelb. Andererseits habe ich bei einigen Haltern diese Tiere und Teile ihres Verhaltensrepertoires schon seit einiger Zeit bewundert, dass ich mir mehr und mehr bewusst wurde - irgendwann habe ich auch einen kleinen Diskusschwarm.
Inzwischen habe ich gute Erfahrungen mit Altums gemacht, also mit Fischen, die auch nicht als Anfängerfisch gelten und denke, dass ich mich nun mal an Diskus trauen sollte.
Mein Dealer (und erfolgreicher Diskuszüchter) hat einen großen Schwarm seiner letzten Zucht seit längerem in einem großen Becken herumzuschwimmen und ich konnte diese Fische praktisch von ihrer Geburt an ein ganzes Jahr bewundern. Jetzt sind sie groß genug - mindestens zehn Zentimeter Körperdurchmesser ohne Flossen - und er braucht das Becken für andere Zuchten.......

Ich soll mir morgen sechs Stück abholen.

Das große Südamerikabecken mit 160x60x60 habe ich inzwischen etwas aufgeräumt, d.h. die Altums sind in ein größeres Becken umquartiert worden und ich habe mehr Platz geschaffen, indem ich die Pflanzen und die Wurzeln für die Welse im Prinzip an die Rückwand gesetzt habe.

Nach dem letzten Wasserwechsel habe ich im zukünftigen Diskusbecken folgende Werte:
LW 150 µS
pH 7,3
gH 6
kH 3
28°C
Diese Werte gelten erstmal als Ausgangsbasis, die aber noch verändert werden soll - u.A. werde ich die Diskus an etwas kühlere Temperaturen gewöhnen.

4.6.
Ich habe insgesamt acht Exemplare gekriegt und mit der Hand umgesetzt. Im Moment sind vier von ihnen als Gruppe zu sehen, die anderen vier sind unsichtbar.
Nach weiteren vier Stunden haben sich alle acht eingefunden und zeigen schon hellere Farben, außerdem gehen sie an weiße Mückenlarven.
9.6.
Alle acht Diskus sind doch noch sehr ängstlich, d.h. wenn ich mich dem Becken nähere muss ich doch schon sehr vorsichtig zugange sein um zu erreichen, dass sie nicht in Panikreaktion durch's Becken schießen, um sich dann hinter irgendeiner Deckungsmöglichkeit unsichtbar zu machen. Daraus ergeben sich Probleme bei der Fütterung: Granulate sind schon längst auf dem Boden im Kies versackt, wenn die Diskus wieder aus ihrer Deckung hervorkommen; vom Lebendfutter bleibt nur etwas übrig, wenn die anderen Beckenbewohner bereits satt sind.
Laut Aussage des Züchters kannten die Diskus bisher keine Deckung und nutzen das hier hinter den Riesenvallisnerienwäldern und den großen Wurzeln sofort aus, wenn sie Erschütterung oder Bewegung registrieren.
Ich hoffe, dass sie sich bald an die neue Situation gewöhnt haben.....
13.6.
Unveränderte Situation - wenn ich mich im Zimmer bewege, stiebt alles, was irgendwie nach Diskus aussieht, in panischem Entsetzen hinter irgendeine Deckung.
15.6.
Heute haben sie zum ersten Mal keine Fluchtreaktionen gezeigt, obwohl ich mich dem Becken (vorsichtig) genähert habe. Dadurch haben sie auch endlich mal richtig gut Lebendfutter gefressen.
27.6.
Wg. der Urlaubsfütterung muss ich sie langsam an Granulatfutter gewöhnen, das ich dann über einen Futterautomaten zugeben kann - drei Wochen lang werden sie damit zurechtkommen müssen! Sie gehen bisher aber leider noch sehr zögerlich an andere Dinge als Lebenfutter oder Tiefkühlkost.

Wenn jemand den Parkettfußboden im Zimmer betritt verschwinden sie immer noch sofort fluchtartig wegen der Erschütterungen...

18.8.
Sie haben den Urlaub gut überstanden, sind gewachsen und fressen alles, was ich ihnen anbiete - auch auf den Kiesboden gelandete Mückenlarven.
Es beginnen inzwischen schon ein paar Kommentkämpfe. Ein großer Diskus drängt andere beiseite, wobei das Streifenmuster bei den Gedrängten stark vorhanden und beim Dränger fast nicht zu sehen ist, er sieht dann fast flächenblau aus.
24.8.
Ein kleinerer Diskus benimmt sich nach meinen Massstäben besorgniserregend: er hängt ständig rechts oben in der Ecke dicht unter der Wasseroberfläche und atmet doppelt so schnell, wie alle anderen. Manchmal schwenkt er mit dem Maul senkrecht nach oben und macht Würgbewegungen, wobei er dann auch tatsächlich etwas auswürg, das wie kurze Kotbrocken aussieht. Außerdem zeigt er nicht die die übliche Schreckreaktion, wenn ich mit der Hand in seine Nähe komme. Er steht auf einer Stelle und bewegt seine Brustflossen ziemlich schnell propellerartig. Seine Färbung ist aber normal.
4.11.
Keine besonderen Vorkommnisse - alle acht sind wohlauf, nur die Angst verschwindet nicht. Vielleicht überträgt der Parkettfußboden wirklich zuviele Erschütterungen. Bei einer Fotosession schwammen alle dichtgedrängt in der hintersten Ecke des Aquariums.

Andererseits wissen alle acht ganz genau, aus welcher Ecke ich komme, wenn sie auf Futter warten und mich den ganzen Tag nicht gesehen hatten :)

5.1.03
Inzwischen sind alle acht wesentlich zutraulicher geworden. Es haben sich vier große und vier mittlere Exemplare entwickelt, ob das jetzt an der Nahrungserschließung in den ersten Tagen nach dem Schlupf liegt, an späteren Bedingungen oder an genetischer Disposition kann ich nicht sagen.

1.2.03
Ich habe drei Altums dazugesetzt, die aus dem anderen Becken herausmussten, weil sie dort nur von den Skalaren drangsaliert worden sind. Das Zusammenleben mit den Diskus scheint gut zu funktionieren, es sind nicht die geringsten negativen Anzeichen zu erkennen.

16.8.03
Nach über einem Jahr haben die Diskus endlich ihre Scheu abgelegt und verschwinden nicht mehr in panischer Flucht hinter dem Vallisnerienwald, wenn ich mich dem Aquarium nähere und dadurch Erschütterungen im Parkettboden hervorrufe. Inzwischen benehmen sie sich so, wie ich das vom Verhalten der Diskus bei meinem Händler her kenne: Wenn er mit Futter kommt schwimmen alle sofort an die inzwischen erlernte Stelle des Aquariums.

8.8.04
Nach einem weiteren Jahr hat ein Paar angefangen, in der vorderen linken Ecke oben abzulaichen.

22.8.04
Der erste Laichversuch hat nicht sehr weit geführt, aber sie fangen ja gerade erst an:
Heute habe sie erneut gelaicht; diesmal an eine Seitenscheibe dicht unterhalb der Wasseroberfläche.

Fortsetzung folgt.....