Flossensauger

Da viele meiner Flossensauger unter identischen Bedingungen in einem größeren Bachbecken zusammen leben, werde ich hier auf dieser Seite eine zusammenfassende Schilderung ihres Umgangs miteinander beschreiben. Besonderheiten der unterschiedlichen Arten beschreibe ich auf deren jeweiliger Seite.

Ein wichtiges Thema für die Flossensauger ist ja die Strömung im Wasser ihrer Umgebung. Ich habe incl. Filter drei Strömungsquellen - arbeite aber noch daran. Was zumindest schon mal interessant war, ich habe in die starke Strömung Frostfutter (Schwarze Mückenlarven) gegeben, das sich erstmal an der Wasseroberfläche schwimmend langsam auflöst und die einzelnen Mückenlarven der Strömung übergibt, die alles in großer Geschwindigkeit im Wasser hin und herschießen lässt.
Ich konnte sofort sehen, dass alle Flossensauger auf der Jagd waren, und zwar erfolgreich. Immer wenn ein mögliches Futterstück auf einem Flusskiesel näher an einen dort sitzenden Flossensauger kam, huschte der auf das Futterstück und fing es mit der Kopfunterseite im Maul ein.

Die Flossensauger sind bei mir deutlich merkbar unterschiedlich aktiv:
- Sewellia lineata sind ständig zu sehen, unterwegs und im Vordergrund.
- Beaufortia kweichowensis machen meistens einen ruhigeren Eindruck und sind nicht immer alle zu sehen.
- Erromyzon cf. sinensis liegen, was ihre Aktivität betrifft, zwischen den beiden vorher erwähnten
- Sewellia albisuera sind nur bei längerer Beobachtung der Unterwasserszenerie zu sehen und etwas aktiv (von denen habe ich erst zwei Exemplare, die aber erst seit ein paar Tagen in dem Becken sind).

Ich bin da etwas unsicher bei folgenden Symptomen: Alle Exemplare meiner Flossensaugerarten zeigen im Vergleich zu anderen Fischen, extrem schnelle "Zuckbewegungen" des Mauls, synchron mit den Kiemendeckeln. Bei anderen Fischen würde ich da sofort auf Sauerstoffmangel schließen, aber bei den Flossensaugern ist das eben normal. Der andere Erklärungsversuch wäre ein permanentes Raspeln auf welchem Untergrund auch immer, um da etwaige Nahrung zu bekommen. Ich beobachte meine Neulinge ja manchmal länger und habe heute eine Sewellia lineolata gesehen, die sich genauso verhält, es sein denn, sie sitzt länger an einer Stelle. Heißt das, dass die "Maulhektik" nur mit der Bewegung kombiniert wird? Die Kurzaufnahme, wo man das sieht, zeige ich hier.

Eine plausible Bemerkung dazu aus einem Fachforum: "Die Flossensauger lutschen die Oberflächen ab.".

Meine Sorgen nehmen aber inzwischen zu.
Im Flossensaugerbecken befinden sich ja 4 Arten, immer in Fünfergruppen. Die Sewellia lineolata waren darunter die aktivsten. Inzwischen hat sich das Blatt aber gewendet. Eine war ja die, die gestern gestorben ist. Beim Absaugen vor dem heutigen Wasserwechsel habe ich noch das Skelett einer zweiten gefunden. Zu sehen sind inzwischen nur noch zwei und die sind ungewöhnlich inaktiv. Gekauft habe ich alle vier Gruppen vor einem Monat. Heute habe ich dann noch eine Beaufortia kweichowensis gesehen, bei der es so aussah, als ob sie am Ende der Schwanzwurzel eine leichte Rotfärbung hat. Diese Art ist inzwischen hier die aktivste.
Dann kam eine Sewellia albisuera vor meine Augen, die den unteren Teil der Schwanzwurzel in Richtung rosa gefärbt hatte.
Ich bin am rätseln...

08.07.2024
Wir haben ja zum Glück in Berlin DEN Fischtierarzt. Da war ich in der letzten Stunde.
Petechien, Hämorrhagien, Schwanzwurzelgeschwür, Maulentzündung. Sektion: Tuberkel in Leber und Milz.
Ergebnis: Fisch Tuberkulose, atypische Mykobakteriose. -> Flossensauger einschläfern und entfernen. Wassertemperatur für 3 Monate auf 30/31 °C wg. der auch in dem Becken schwimmenden Hemirhamphodon kuekenthali.

Behandlungsvorschläge aus dem drta-Archiv: https://www.drta-archiv.de/fischtuberkulose/#behandlungsvorschlaege

- Temperaturerhöhungen sind nicht sinnvoll, weil sich die Erreger auch bei 37° gut vermehren.
- Pauschale Empfehlungen darüber hinaus sind schwierig, weil der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein kann.
- Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr müssen erkrankte Fische sofort isoliert werden.
- Wenn es sich nicht um Einzelfälle handelt und keine Quarantänemöglichkeit vorhanden ist, sollten erkrankte Tiere getötet werden.
- Das Töten des gesamten Bestands, also auch der gesunden Tiere, ist nicht notwendig, auch wenn das häufig empfohlen wird.
- Bei sehr starkem Befall, bei dem immer weider neue Fische erkranken, ist zu überlegen, den vorhandenen Besatz nicht mehr durch Neukäufe zu ergänzen,
- sondern langsam auf natürlichem Weg aussterben zu lassen.
- Vor einem Neubesatz sollten dann befallene Aquarien und Gegenstände gründlich desinfiziert werden. Die Pflanzen sollten in diesem Fall vernichtet werden.

Also ich werde dann jetzt folgendermaßen verfahren: Das Becken läuft unverändert weiter so, und die Flossensauger und Grundeln machen einen mopsfidelen Eindruck - mal sehen und hoffen, ob das so bleibt.
Ich habe inzwischen den Eindruck - da ich den Besatz von zwei verschiedenen Händlern erworben habe - dass ein Großhändler TBC belastete Tiere geliefert hatte, und das sind auch diejenigen, die gestorben sind.

Die verstorbenen sind:
- alle 5 Sewellia lineolata
- 3 von 5 Sewellia albisuera (von unterschiedlichen Händlern)
- 1 Beaufortia kweichowensis.